Ironman Klagenfurt 28.6.2015

Die Schlacht der Schlachten ist geschlagen!

Eine beachtlich große Gruppe von RSG Mitgliedern pilgerte am letzten Juni-Wochenende nach Klagenfurt, um sich der ultimativen, sportlichen Herausforderung eines jeden Triathleten zu stellen, der berühmt-berüchtigten Langdistanz! Was besonders auffallend war: Trotz 3000 TeilnehmerInnen habe ich bereits bei der Registrierung am Freitag Vormittag innerhalb von 30min nahezu alle RSGler getroffen und man läuft sich auch danach immer wieder zufällig über den Weg, echt lustig. Innerhalb unserer Gruppe gab es einen tollen Mix aus Wiederholungstätern und Frischlingen, somit gab es regen Informationsaustausch und zusätzlichen Motivationsschub. Die Vorzeichen standen für den Renntag bereits im Vorfeld äußerst gut, es wurden ideale Wetterbedingungen prophezeit, somit war alles angerichtet, um am Renntag den Lohn für die lange Zeit der Vorbereitung zu ernten.

Für mich gesprochen stand ich bereits zwei Tage vor dem Bewerb gehörig unter Strom und konnte die letzten Nächte weder gut, noch ausreichend schlafen, was mir am Renntag doch leichte Sorgen bereitete. Am großen Tag hieß es dann kurz nach 4 Uhr Früh Tagwache, wobei ich keinen meiner beiden gestellten Wecker gebraucht hätte, da ich ohnehin schon munter war. 😉

In der Wechselzone wurde bereits zu früher Morgenstunde ordentlich Stimmung gemacht und angefeuert, man fühlt sich hier fast wie ein Gladiator, der die Kampfarena betritt, die Ironman Marketingabteilung hat’s wirklich drauf. Danach Räder aufpumpen, Radverpflegung sicherstellen, Wechselsackerl prüfen und ab Richtung Strandbad, wo ich wieder zufällig auf viele andere RSGler traf. Den Start der Profis (06:40 Uhr) bekommt man nur über die Lautsprecher mit, da man zu sehr mit der eigenen Startvorbereitung beschäftigt ist.

Um 06:50 startete die “schnelle Welle”, danach ging es zackig im 5 Minutentakt mit zusammengewürfelten Altersklassen los. Rupert und ich starteten gemeinsam in der 07:10 Welle und hatten schon vor dem Start leichten Stress, um noch rechtzeitig in den Vorbereich des Schwimmstarts zu gelangen, irgendwie gab es aufgrund des engen Zeitplans und der vielen Teilnehmer einen ziemlichen Stau. Kaum über die Registrierungsmatte gelaufen, kam auch schon der Startschuss, da blieb gar keine Zeit mehr, um irgendwie nervös zu werden.

Schwimmen

Der neu eingeführte Wellenstart hat sich meiner Meinung nach voll behauptet, ich hatte fast immer ausreichend Platz und kassierte keine gröberen Schläge. Bis zur ersten Wendeboje ging es sehr gut dahin, beim Rückweg stand die Sonne dermaßen ungünstig, dass ich weder irgendeine Boje, noch die Einfahrt zum Lendkanal erkennen konnte. Die meisten orientierten sich an der Masse, doch die schwamm meiner Meinung nach im Nachhinein betrachtet viel zu weit rechts, somit hatten später einige Teilnehmer mehr als 4km Schwimmdistanz auf der GPS Uhr stehen. Zusätzliche Erschwernis waren in der zweiten Schwimmhälfte die schwächeren Schwimmer der vorangegangenen Startwellen, denen man ausweichen musste. Im Lendkanal herrschte dann naturgemäß erhöhter Platzmangel, ich hatte aber anscheinend Glück und auch hier recht wenig Probleme. Ein super Gefühl, wenn einem die Helfer beim Schwimmausstieg aus dem Wasser ziehen und die Fans dich förmlich in die Wechselzone tragen.

Rad

In der Wechselzone ist Rupert leider ein Missgeschick unterlaufen, er hat beim Ausziehen seines Neos den Chip abgenommen und war die ersten Kilometer ohne Zeitnehmung auf der Radstrecke unterwegs! Zum Glück erkannte er das Problem, konnte umkehren und ein Desaster vermeiden, lieber 25 Minuten in der Wechselzone verloren, als überhaupt keine Wertung! Die erste Radrunde war recht kurzweilig, bei einer Abfahrt hatte ich einen kleinen technischen Defekt: beim Raufschalten ist die Kette ungünstig übersprungen und hat sich verklemmt. Darauf hin musste ich einen ungewollten Stopp einlegen, ansonsten wurde brav durchgekurbelt, auch beim zweiten Anstieg auf den Rupertiberg gab es keinerlei Probleme. Lediglich der Nacken und Hintern meldeten sich irgendwann zu Wort, da war ich wirklich schon froh, endlich vom Rad steigen zu dürfen. In der zweiten Runde gab es außerdem noch einen kleinen Regenguss, der zu nassen Schuhen/Socken und kalten Zehen führte, war aber nicht wirklich dramatisch.

Laufen

Spätestens ab jetzt wurde es so richtig zach (war für mich aber keine Überraschung), es war leider nicht mehr bewölkt und trotz relativ niedriger Lufttemperatur heizte uns die Sonne ordentlich ein. Die Pendelstrecke ist Fluch und Segen zugleich: die einem entgegen kommenden Mitstreiter geben Motivation (inkl. Abklatschen), die ewig langen Geraden nach Krumpendorf und Klagenfurter Hauptplatz können aber gleichzeitig sehr zermürbend sein, speziell auf der zweiten Runde. Christian bekam leider Magenprobleme und musste zurückstecken, ich hantelte mich von Labestation zu Labestation, an dieser Stelle muss ich ein Lob an die lückenlose Verpflegungsstellen aussprechen, das wäre ansonsten mein Untergang gewesen! Es gab alles inklusive gekühlter Getränke und Eis (gefrorenes Wasser, leider keine Eislutscher ;)). Ich habe versucht bei jeder Station die gleiche Prozedur einzuhalten: kurze Gehpause, Schwämme schnappen, Wasser/Iso trinken, Wasser über den Kopf schütten, evtl. Orange/Melone futtern und weiter laufen. Obwohl ich getrunken habe wie ein Kamel, wurde der Durst immer größer, das Zeug muss förmlich verdampft sein. Die zweite Runde zog sich immer mehr, die Gehpausen an den Labestationen wurden länger, aber zum Glück blieb ich von Magenproblemen und Muskelkrämpfen gänzlich verschont. Die letzten 3km zogen sich dann wie Kaugummi, nach der letzten Markierung “42km” ging es noch gefühlte 2km weiter, ich dachte schon, ich hätte den Ausgang zur Ziellinie verpasst. Tatsächlich wäre ich beinahe an der letzten Abzweigung vorbei gelaufen, wenn mich der Einweiser nicht an den beiden Bändern am Arm als Finisher erkannt hätte.

Danach gilt es nur mehr diese vier langersehnten Worte zu genießen: YOU ARE AN IRONMAN!!!! 🙂 🙂 🙂 🙂

Gratulation und Respekt an alle TeilnehmerInnen, egal ob in 7h48min als Sieger oder in 17h als letzter Finisher!

Jochen Hirschmann       AK M35-39    111. Rang      10:25:23

Günter Pracher                AK M45-49    84. Rang       10:41:08

Günther Greck                 AK M35-39    155. Rang     10:51:09

Christian Trummer        AK M40-44    221. Rang     11:24:01

Bettina Pracher               AK W45-49        5. Rang     11:28:38

Rupert Nebel                   AK M55-59       51. Rang     12:46:07

Gerhard Haring              AK M50-54       leider Aufgabe