August 2015 Austrian Open Water Cup

In August standen 2 Schwimm-Wettbewerbe im schönen Salzkammergut auf dem Programm.

Anfang August Hallstättersee Schwimm-Marathon über 10km und Ende August Fuschlsee Crossing über 4.2 km.

Hallstättersee Schwimm Marathon (10km): Normalerweise ist der Hallstättersee einer der kältesten Seen in Österreich, aber in diesem Jahrhundert-Sommer war er schön eingeheizt auf etwa 21 Grad. Zusammen mit dem strahlenden Wetter eigentlich ideale Bedingungen für die längste Distanz im “Austrian Open Water Cup”. Mit guter Laune stand Ruud Klerks am Start. Gefühlsmäßig musste die Zeit aus 2014 (3h 07m) zu knacken sein. Aber es kam anders: Der Start war gut, die Orientierung, die bei diesem Bewerb extrem schwer ist, da Bojen oft mehr als einen Kilometer auseinander liegen, funktionierte gut. Bis zum ersten Landgang bei etwa 2,7 Kilometer nicht all zu schnell gestartet, dann Anschluss gefunden bei einer kleinen Gruppe, mit der ich locker mitschwimmen konnte. Kurz vor der zweiten Labestation bei km 5,5 muss jemand vorne in der Gruppe eine Pfefferoni geschluckt haben, weil auf einmal wurde das Tempo rasant erhöht. Ich musste kämpfen mit zu kommen und kurz nach der zweiten Labestation war er dann da: der ‘Mann mit der Hammer’! Ich kenne ihn vom Radfahren oder Triathlon, aber der Hammer-Mann im Wasser muss der Bruder von Neptun sein, nur die grausamere Version! Statt Trident einen Hammer!  Innerhalb kürzester Zeit flosss alle Energie aus meinem Körper. Hätte ich nicht das höhere Tempo mitgehen sollen? Habe ich nicht genug gegessen? Zu wenig trainiert? Zu warm für Langarm-Neopren? Egal, er hat mich erwischt und ab da war es ein reiner K(r)ampf! Ich wurde immer langsamer. Wo ich normalerweise auf so einer Strecke ein Tempo von 18 min/km halten kann, sackte ich auf 19 bis 20 min/km ab. Bei der letzten Labestation (7,8 km) habe ich einmal tief Atem geholt, ein Gel hinein gepresst, allen Mut gesammelt und mich auf die letzte Teilstrecke begeben. Konnte wieder ein wenig besser mein Tempo halten, bis ein Begleit-Kanu mir deutete, dass ich links um eine Boje schwimmen musste, obwohl ich brav in gerader Linie Richtung Finish unterwegs war. Auch Wurst, bin eh schon hin! Nach 3h 15 min stolperte ich über die Finishlinie. Kein schönes Gefühl, wieder etwas Tolles erbracht zu haben, keine Ausschüttung von Glückshormonen, nur reine Erschöpfung! Später glaubte ich, dass eine intensive Arbeitswoche in Südtirol (lange Autofahrt) eine Rolle gespielt hat, aber es soll keine Ausrede sein. Nach diesem Bewerb war die Motivation gleich Null. Dazu kamen wieder Schmerzen im Nackenbereich und da war erst mal Pause angesagt.

Der nächste Bewerb am Hechtsee in Kufstein wurde gestrichen. Gesundheit geht vor! Und wenn es nicht besser wird, dann war es für mich gleich das Ende des Schwimmsaison.

Aber nach anderthalb Woche Pause war sowohl Motivation und Fitness wieder da. Und da das Fuschlsee Crossing einer meiner Lieblingsbewerbe ist, wurden Frau und Schwimmsachen ins Auto gepackt und ein Wochenende am Fuschlsee geplant.

Fuschlsee Crossing (4.2 km): Das Fuschlsee Crossing ist etwas Spezielles. So wie ich Open Water Schwimmen liebe – einfach einen See von der einen Seite zur anderen Seite schwimmen ohne Bojen zur Orientierung. Nach der Erfahrung am Hallstättersee wurde diesmal gut gefrühstückt, unterwegs noch extra ernährt und extra aufgewärmt. Nach 12 Grad Außentemperatur und 16 Grad Wassertemperatur 2014, waren dieses Jahr die Bedingungen traumhaft. Außentemperatur 27 Grad, Wassertemperatur 22 Grad. Fast zu warm = armelloser Neoprenanzug. Super Stimmung – fast 200 Teilnehmer und jede Menge Publikum! Motivation OK. Mein Vorhaben war, mich nicht mehr von Gruppen mit hohem Tempo verführen zu lassen, sondern mein eigenes Race zu schwimmen. Beim Start habe ich mich hinter den allerschnellsten aufgestellt, denen kann ich eh nicht folgen, so komme ich auch nicht in die Verführung zu schnell zu starten. Und alles lief wie geplant. Ich bin die gesamte Strecke alleine geschwommen, dafür fast Ideallinie, wo andere nach links oder rechts abwichen. Später konnte ich auch an der GPS Uhr feststellen, dass ich die ganze Strecke ein gleichmäßiges Tempo geschwommen bin (unter 17 min/km). Finish in 1h 10 m. Diesmal wirklich genossen und sehr zufriedenes Gefühl. Allerdings eine Minute langsamer als 2014, aber damit kann ich leben, man wird auch nicht jünger.

Bleibt noch 1 Bewerb am Kalender übrig: Vienna City Swim Trial über 6 km am 12. September (Start wie beim Zeitfahren, alle 30 sek).

RUUD KLERKS