5.8.2018 Henley Swim Marathon 14 km

Ein Bericht von Ruud Klerks:

Nachdem ich ein Video über dieses Event gesehen habe, war mir klar, dass ich diesen Swim mal machen möchte. Da es alleine weniger Spaß macht, habe ich meinen Swimbuddy, Robert Theusinger aus Salzburg, gefragt, ob wir dies gemeinsam machen. Wir sind beide gleich starke Schwimmer auf Langdistanzen und haben die gleiche Einstellung zum Freiwasserschwimmen.
Henley Swim Marathon ist ein 14 km Swim (mehr Event als Bewerb) zwischen Henley und Marlow auf der Thames (Themse), einer der schönsten Teile des Flusses. Es gibt drei Locks (=Schleusen; nach 4 – 10 – 12 km), wo man aus dem Wasser muss und um dem Lock herumgeht. Strömungsvorteil hängt ab von der Stärke des Strömung, die im heißesten Sommer in England seit Aufzeichnung und 9 Wochen ohne Niederschlag, sehr gering war (geschätzt etwa 0,4-0,5 km/h).  Dafür war die Wasserqualität sehr gut, nicht vergleichbar mit der Thames in London. Da sind glücklicherweise einige Schleusen dazwischen und seit einigen Jahren bemüht man sich sehr die Wasserqualität oberhalb London zu verbessern.

Anmeldung und Reiseplanung waren schon in Dezember geregelt. Aber dann muss noch trainiert werden, was bei unseren Jobs nicht immer leicht ist. Wir haben schon oft trainieren können (leider selten gemeinsam), aber man muss auch ab Juni die langen Distanzen (5+ km = länger als 1,5 Stunde) angehen. Für mich war es nicht das erste Mal, dass ich 14 km schwimme (3 x Backwaterman 14 km 2009-2011, 1 x 24km in Holland 2011), aber alles schon länger her, so dass ich doch etwas nervös war, ob ich das wieder schaffe. Letzter Test war 2 Wochen vorher (9km), wo es mir gut gegangen ist und mir Vertrauen gegeben hat, dass ich es ohne viel Probleme schaffen würde.

Strecke-Verkennung und Registrierung (750 Teilnehmer) war tags vorher im Leander Rowing Club in Henley, eine der älteste Rudervereine auf der Thames. Alles sehr professionell abgelaufen. Auch der Start am nächsten Tag war sehr gut organisiert. Es gab 3 ‘waves’ je etwa 250 Starter, die mit 20 Minuten Unterschied starteten. Wir waren in der zweiten Wave.
Wir haben bewusst zwei grüne Schwimm-Safety-Buoyen (verpflichtet eine zu verwenden) gekauft, weil fast alle eine Orange haben, so haben wir einander im Wasser leicht finden können.

Start 07.20:
261 starten in unserer Wave, haben einen etwas hektischen Start, weil der Startbereich nicht so breit war. Nach einigen Push and Pull, nach etwa 400 Meter ein Loch gefunden und bald tauchte Robert neben mir auf. Es dauert dann ein wenig, bis man aus dem Gedränge draußen ist und sein Tempo gefunden hat. So nach 1 km waren wir dann in unserem Flow drinnen und haben die ersten 4 km bis zum ersten Lock absolviert. Bei jedem Lock war ein Versorgungsposten, wo man sich verpflegen kann. Perfekt organisiert und sehr freundliche Leute.
Die zweite Teilstrecke war mit 6 km ordentlich. Diesbezüglich haben wir Verpflegung im Schwimm-Buoy mitgenommen und tags vorher (wo wir die ersten 10 km per Rad erkundet haben) auf halber Strecke eine Flasche Wasser am Ufer versteckt. War keine blöde Idee, weil wir eine kurze Pause gemacht haben, und was gegessen und getrunken haben. Diese Teilstrecke war einer der schönsten Teile und da ist es uns sehr gut gegangen. Wir konnten beide das doch recht flotte Tempo halten und zusammen bleiben, mittlerweile auch viele Schwimmer überholen, die anscheinend zu schnell gestartet waren.
Auf dem dritten und vierten Teil zeigte sich der Vorteil von unserem Zusammenschwimmen: Wenn der eine etwas nachließ, zog der andere ihn wieder mit und umgekehrt. Langsam meldete sich die Ermüdung in den Muskeln und man muss doch beißen, um Tempo zu halten. Wir überholten immer mehr Schwimmer, sogar aus der ersten Wave (schnelle Wave).
Nach 3 Stunden und 51 Minuten (netto Schwimmzeit 3.32) finishten wir gemeinsam in Marlow. Für uns beide war es ein einfach geiles Erlebnis. Erstens die Distanz zu schaffen, zweitens die ganze Strecke gemeinsam geschwommen zu sein (man hat uns schon als Brüder eingeschätzt).

Das einzige was wir nach dem Finish vermisst haben, war ‘a good  Pint of English Ale’. Sonst war alles perfekt organisiert und den Trip doppelt und dreifach wert.
Es wird lange in Erinnerung bleiben und für mich war es sicher eines der schönsten Erlebnisse und Erfahrungen .

Als Belohnung sind wir tags danach noch eine Stunde im Olympic Aquatic Center in London geschwommen 🙂 !

Robert Theusinger & Ruud Klerks