2.9.2018 Ötztaler Radmarathon

Auch heuer nahm die RSG Lebring mit 6 Mitgliedern am Ötztaler Radmarathon teil.

Die Reise wurde von unserem “Haubenkoch“ Franz Denk wieder perfekt organisiert. Jeden Tag standen ein 3-Gang-Menü und Frühstück vom Feinsten am Programm. So kochte Franz natürlich auch am Vorabend vor dem Marathon für uns alle auf.

Unsere Gäste Walter Reiterer, unser Lederhosenracer, sein Schwager Hias und Heli Cernko waren auch sehr begeistert und wir waren uns einig – Ötzi nur mehr mit Franz!!

Nachdem es seit unserer Anreise fast nur geregnet hatte, waren wir am Renntag froh, dass es in der Früh zwar kalt, aber trocken war. Die Wettervorhersage für Italien war gut und deshalb entschieden wir uns, mit kurzer Hose oder Knielinge und Ärmlinge und Regenjacke, hinten eingesteckt, loszufahren.

Wir, Franz, Hermann, Hubert und ich rollten zum Start und stellten uns ins Starterfeld. Zufällig trafen wir Heli Cernko , der gleich ein Foto von uns machte.

Der Gedanke an das vor uns liegende: vier Alpenpässe, 238 Kilometer und 5500 Höhenmeter machte uns doch nachdenklich!

Einige von uns waren ja schon öfters dabei: Franz das 10.x, Hubert das 6.x, Hermann, Heli und Walter 2.x und ich das 1.x!

Was für den Radprofi der Start bei der Tour de France, ist für den Hobbyradsportler die Teilnahme am “Ötzi”.

Der Ötzi hat einen “Suchtfaktor.”

4112 Frauen und Männer aus 36 Nationen starten heuer beim 38. Ötztaler Radmarathon, dem Klassiker der Radszene.

Jedem Finisher gebührt Respekt !

Aber so weit sind wir noch lange nicht!

Nach einer Abfahrt durch das von steilen Felsen eingerahmte Ötztal und einer kurzen Unterbrechung vor einem Tunnel, wo die Rettung schon die ersten Radler aufsammelt, kommen wir in Ötz an und biegen rechts weg: die Passstraße zum 2017 Meter hohen Kühtaisattel.

Wenig später versinken wir im Nebel und es beginnt zu regnen. Eine dichte Wand aus feuchter, kalter Luft umgibt uns. Die Straße wird nun richtig steil. Plötzlich sehen wir Hermann, noch genießen wir es.

Auf der rasenden Abfahrt vom Kühtai hinab nach Innsbruck wird der Regen stärker, die Sicht noch schlechter, die Straße rutschiger. Unsere Arme und Beine zittern vor Kälte. Endlich wird es wieder flacher und trockener. Während wir mit dem Brennerpass den zweiten Anstieg angehen, können wir uns wieder etwas erwärmen.

Nach einer Auftankpause und Erholung erreichen wir Italien und fahren weiter auf den Jaufenpass, ziemlich bald steigt die Strecke wieder an. Wieder regnet es, für mich wird es immer schwieriger den steilen Pass raufzutreten. Jetzt merke ich so richtig die fehlende Kraft, um die Pedale so richtig in die Gänge zu bringen. Auf der anderen Seite wieder runter Richtung St. Leonhard und wieder eine nasse Fahrbahn, wo ich mich nicht so traute Gas zu geben. Vielen Radlern macht das nichts, aber am Straßenrand liegen doch einige gestürzte Radfahrer, was mich natürlich wieder im Kopf bremst.

So kommen wir zum gefürchteten Timmelsjoch, wo das große Finale wartet. Und dort spielen sich sportliche Dramen ab. Manche schieben, andere steigen völlig erschöpft oder unterkühlt in eines der Begleitfahrzeuge. Über 600 Starter werden es am Ende nicht ins Ziel schaffen.

Kein Wunder, denn dieser Berg nimmt überhaupt kein Ende: Fast 30 Kilometer lang steigt die Strecke an und wieder regnet es. Irgendwann taucht die 2509 Meter hoch gelegene Passhöhe auf und Hubert, der vor dem Tunnel oben steht, meinte: die Schinderei hat ein Ende. Die Abfahrt hinab ins Ziel ist trotz Gegenanstieg, Nässe und Kälte schon fast ein Genuss.

Viele meinten später: „man muss bei solchem Wetter schon eine echte Kämpfernatur sein, sonst kommt man nicht durch.”

Wir haben uns durchgekämpft und sind nach 12 Stunden und 37 Minuten im Ziel angekommen. Empfangen von unseren lieben Radlerfreunden Franz, Walter und Hias.

Froh, gesund wieder im Ziel angekommen zu sein, ein tolles Gefühl, das geschafft zu haben.

Der Mensch braucht “Herausforderung“ – unsere Ergebnisse:

Franz Denk         10:54:35

Fischer Hermann             11:33:57

Walter Reiterer                11:05:50

Marianne Schwarzbauer              12:37:12

Hubert Schwarzbauer                   12:37:14

hier geht’s zu einem Kurzfilm über unsere Zielankunft