18.-22.8.2019 Paris-Brest-Paris

Alle vier Jahre treffen sich rund 6.000 Teilnehmer zu einer der größten Radveranstaltungen der Welt in Frankreich zum legendären Brevet Paris – Brest – Paris. Für viele Radrennfahrer ist das die Olympiade des Amateurradsports. Über ein zweistufiges Qualifikationssystem kann man sich einen Startplatz für diese Prüfung sichern.

Günter Schweiger, Walter Reiterer und Arnold Pristernik nahmen bei der 19. Auflage für Österreich daran teil. Am Mittwoch, den 14.08, um 18 Uhr ging es von Mantrach mit dem Auto Richtung Paris. Nach einer angenehmen Nachtfahrt sind wir Donnerstag Vormittag in unserem Appartment in Dannemarie, rund 25 Kilometer nördlich vom Startort Rambouillet, angekommen. Nach dem Einchecken stand eine erste kleine Runde am Programm. Am Freitag ging es dann mit dem Zug zum Sightseeing nach Paris. Eine tolle Stadt und überraschenderweise gar nicht so überlaufen wie gedacht. Highlights waren der Jardin du Luxembourg, die Kirche Saint-Sulpice, der Louvre, die Champs-Elysee mit Triumphbogen sowie der Eiffelturm.

Am Samstag stand dann der Bike-Check am Programm, bevor es Sonntag Nachmittag ernst wurde.

Walter startete um 16:30 Uhr im C-Block mit einer Zielzeit von maximal 80 Stunden. Günter und Arnold folgten um 18:45 im L-Block mit einer Zeitvorgaben von 90 Stunden.

Die Strecke führte uns vom Startort durch neun Departements Richtung Wendepunkt in Brest. Insgesamt waren 1219 Kilometer und 11782 Höhenmeter zu absolvieren. Sämtliche zwölf Kontrollpunkte waren gleichzeitig Verpflegungsstation sowie Schlafmöglichkeit. Weiters gab es noch sogenannte “Empfangsstationen”, an welchen man sich laben konnte. Zwei “geheime” Kontrollpunkte wurden vom Organisator ebenfalls eingebaut.

Bei angenehmen Temperaturen ging das Abenteuer los. Das Wetter sollte sich in den nächsten Tagen stabil präsentieren, die kühlen Nachttemperaturen (unter 10 Grad) waren für sehr viele Teilnehmer eine große Herausforderung.

Die Landschaft ist geprägt durch die Landwirtschaft. Felder, die bis zum Horizont reichen, sind keine Seltenheit. Dementsprechend zersiedelt sind auch die Regionen.

Obwohl keine größeren Cols auf unserer Strecke lagen, war das Gelände sehr wellig und Zeit für “Ausrasten” war eher keine.

Motiviert wurden die Teilnehmer immer wieder durch die Begeisterung der Zuschauer und die unzähligen Anfeuerungen des Publikums. Allez-Allez, bonne route, bonne chance konnte man immer wieder vom Straßenrand hören. Besonders in der Bretagne war die Begeisterung am Straßenrand riesig und zeitweise konnte man sich wie bei der Tour de France fühlen. Ortschaften schmückten sich für das Fahrerfeld und zahlreiche Partys fanden am Straßenrand statt. All das trug dazu bei, dass die 1219 Kilometer sich beinahe wie ein Brevet über 200 oder 300 Kilometer anfühlte.

Neben vielen unzähligen Gesprächen vor dem Start mit bekannten Randonneuren und während der Fahrt mit Teilnehmer aus den verschiedensten Länder der Welt, konnte sich Arnold über ein Gespräch mit den Transcontinental-Siegern Björn Lenhard und Fiona Kolbinger auf der Fahrt zwischen Carhaix-Plouguer und Brest freuen.

Abschließend zum Sportlichen:

Walter Reiterer: 58 Stunden 46 Minuten – ohne “richtige” Schlafpause

Arnold Pristernik: 74 Stunden 4 Minuten – zwei Schlafpausen bei KM 610 und 923.

Günter Schweiger: wählte die entspannte Variante und stieg in Brest bei KM 610 in den TGV nach Paris und wurde mit einer Nachtfahrt durch Paris nach Dannemarie “belohnt”.

Für alle drei Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis in angenehmer Atmosphäre!