19.5.2018 Brevet S.Primorske na Goricko

Der Versuch, in die Welt der Langdistanz reinzuschnuppern…

Von Günter Schweiger                                                                                  22.Mai 2018

Was macht man, wenn einem die Spritzigkeit fehlt?        Richtig: LANGDISTANZ !!!

Da ich Kollegen habe, die von Paris – Brest – Paris 2019 schwärmen, muss man sich schön langsam an größere Distanzen wagen. Ein 400er zwei Wochen zuvor war DNF, weil mein Körper mir sagen wollte: „zwischen 24 und 4 Uhr gibt es nur Erholung und Regeneration!               Das zeigte er mir mit einem extrem tiefen Puls und Verweigerung der Nahrungsaufnahme.

Die nächste Möglichkeit bot sich mit dem 600km S. Primorske na Goricko.                        

Start in Ajdovscina am 19.Mai 2018, und wichtig, kein Start um Mitternacht, sondern um 6:00.

Diesmal hatte ich vorgesorgt. Walter Reiterer hatte Zeit und den Auftrag, nur aufzupassen. Die Strecke führte teilweise, ich würde anmerken, über die mittlerweile beliebte Triest-Route: Logatec-Ljubljana-Trojane-Slovenj Bistrica-Ptuj-Murska Sobota und zurück.

Walter nutzte auch die Möglichkeit, Fotos während der Fahrt zu machen und so geschah es nördlich von Ljubljana bei ca. 75km auf einem Hügel, Walter kniend fotografierend, wie ich schnaufend den Anstieg emporkroch. Und dann ging es bergab, und das war herrlich. Rollen lassen, Haare flattern im Wind (L)….. und plötzlich vermisste ich Walter. Natürlich eine unscheinbare Einfahrt übersehen, ich hatte ja auch eine Kreuzung erwartet, und es kam keine. Mit Warten und ersten Navigationsversuchen vergingen mal gut 25min und als ich Walter telefonisch erreichte, war er auf der Originalstrecke unterwegs und wir vereinbarten, uns in Trojane zu treffen.

Das war ein großer Fehler! Mit dem Garmin (ich muss anmerken, der fiel zwischendurch aus), schaffte ich keine Orteingabe, Telefon führte mich durch Ljubljana durch, dann irrte ich nach Kamnik (!), und um auf die Route nach Trojane zu kommen, erreichte mich ein wahrer Gewitterschauer Richtung Lukovica.

Davon bekam Walter nichts mit. Der saß 2,5 Stunden beim Trojane-Wirten und langweilte sich. So ein Zeitverlust war wahrlich nicht einkalkuliert. Eigentlich bin ich froh, dass das passiert ist, es soll ja auch ein Lernprozess sein – aber der hat gewirkt!

Nach einem Nudelteller wurden die restlichen Kontrollpunkte des ersten Tages richtiggehend heruntergespult. Im Plan war, eine kurze Nachtpause bei km 344 zu machen. Wir schafften es nur bis 320. Und die Entscheidung, die 20km nicht mehr zu fahren (es war mittlerweile knapp vor Mitternacht) war segensreich. Da waren viele Höhenmeter drinnen, das hätte möglicherweise sehr an der Substanz gezerrt.

Tag 2 mit Start in Salovci bei bestem Wetter. Und wieder fuhren wir wie ein Uhrwerk. Unterwegs schnappten wir noch die einen und anderen und arbeiteten uns Richtung Ziel vor. Die letzte Herausforderung ein Berg in Richtung Podkraj, Cola do Ajdovscina, bei 580km mit ordentlichen Steigungen, das war wie im Himmel, als ich oben war. Joga wäre jetzt besser gewesen als die kalte 14km Abfahrt. Es wurde finster und das Ziel erreichte ich um 21:38.

Danke an Walter Reiterer für die Begleitung.      Das ist die Basis für die nächsten Herausforderungen.