18.-21.6.2018 Hardcro

Ein Bericht von Walter Reiterer:

Vom 18.06.2018 bis 21.06.2018  sind ich und Günter beim schwersten Langstreckenrennen am Balkan an den Start gegangen, das HARDCRO in Kroatien.

Start war in Ilok, das ist der im Norden Kroatiens östlichste Punkt, weiter zum nördlichsten Punkt nach SV.Martin Therme, dann zum westlichsten Punkt nach Savudrija und schlussendlich zum südlichsten Punkt nach Molunat, ca. 40km unter Dubrovnik.

Die Gesamtlänge der frei navigierten Strecke beträgt 1460km..

Voll motiviert und mit tollen Erwartungen ging es am Montag zwischen 9 Uhr und 10Uhr für uns los. Da es einen Minuten-Start gab und vom Reglement her gleich gehandhabt wird wie ein Einzelzeitfahren, gibt es für jeden Fahrer keinen Windschatten oder sonstige Erholungszonen, ein Einzelzeitfahren – nur eben ein wenig Länger ++GGG++

Günter startete um 9:05Uhr, ich um 9:23Uhr. Da die Strecke in Richtung Nord-West nach Osjek ging und der Wind von Norden kam, kann man sich vorstellen, wie es zu fahren war! Für die nächsten 340km ändert sich gar nichts, auch das Gelände ist nicht sehr abwechslungsreich, hier und da eine kleine Erhebung, aber meist lange Geraden, diese liebe ich sehr, kein Scherz. Nach 12 Stunden, so um 22 Uhr, erreichte ich den Checkpoint 1 in Sv. Martin, leider ging es mir die vergangenen 4 Stunden nicht so gut, auch eine Pasta konnte mich nicht aufmuntern – diese wollte wieder raus. Eine Stunde Pause gönnte ich mir trotzdem und als ich weiter fuhr, musste ich bereits in Varazdin eine Bushütte aufsuchen, um ein wenig zu schlafen, zwei Stunden waren möglich.

In den frühen Morgenstunden nahm ich dann ein Frühstück in Zagreb ein, leider musste ich erfahren, dass Günter aus gesundheitlichen Gründen das Rennen frühzeitig beenden musste.

Richtung Karlovac ging es dann recht zügig dahin und weil mir die Hitze nichts anhaben kann, bin ich die Steigung nach Skrad unschlagbar schnell gefahren, kurz vor Rijeka nahm ich als einziger von 40 Teilnehmern eine riskante Strecke Richtung Vodice und Oberes Plateu Brest. Es war sehr schwierig aber schön zu fahren, keine Ahnung ob zum gegebenen Zeitpunkt der Ucka leichter zu fahren war.

Am Abend um 21Uhr erreichte ich dann den Checkpoint 2 in Savudrija, dort war ich über einen Schlafplatz in einer Holzhütte sehr dankbar!

Um 3:30Uhr wachte ich auf, packte meine Sachen und startete um 4 Uhr Richtung Ucka, nach ca. 60km in Buzet nahm ich dann mein Frühstück ein. Gestärkt ging es dann rauf auf den 16% steilen Ucka, herrlich die Abfahrt hinunter nach Rijeka.  Es ist wunderbar heiß und ich komme schön voran, um die Mittagszeit schon erreiche ich Senj, über denn Berg möchte ich bis zum Sonnenuntergang nach Gospic kommen.

Geschafft! – Um 21Uhr checkte ich in einem guten Hotel ein.

Um 2:30Uhr wache ich auf, packe alles zusammen und fahre weiter in Richtung Knien. In Knien gab es dann ein umfangreiches Frühstück mit der Norwegerin Ingeborg, sie fährt ein wahnsinnig schnelles Rennen. Es ist wieder heiss und ich habe Spass daran, in Ploce kaufte ich mir noch 10 Stück große Feigen für die Fahrt ins Ziel.

Aber natürlich sind die letzten 150km bei jedem Langstreckenrennen die schwersten , besonders schwer, wenn es in die Nacht hinein geht und so war es dann auch.

In Dubrovnik dachte ich, jetzt ist es nicht mehr weit, gleich bin ich in Molunat, diese letzen 40km waren so zäh als wären es 100km!!!

Schlussendlich erreichte ich um 0:50Uhr das Ziel in Molunat und die Norwegerin kam nur  30 Minunten hinter mir ins Ziel, eine unglaubliche Leistung!

Gesamtzeit: 3Tage und 15 Stunden

Platzierungen sind nicht so wichtig bei Langstreckenrennen, ins Ziel kommen viel wichtiger, aber trotzdem wurde es für mich der 7. Rang.

Die nächsten 5 Tage verbrachte ich noch in Molunat, genoss das Meer und die Sonne mit kleineren Ausfahrten nach Montenegro.

Ein nächstes Abenteuer kommt bestimmt, ich werde wieder davon berichten,

Euer

Walter Reiterer