11. bis 20.8.2017 Weltradsportwoche Hartberg

Philipp Schirnik berichtet aus Hartberg:

Vom 11.08. bis 20.08. findet in Hartberg die 45. FIS-RSC Hartbergerland Weltradsportwoche statt. Radsportlerinnen und Radsportler aus über 15 Nationen nehmen an insgesamt 190 Radrennen, welche in 20 Kategorien aufgeteilt werden, statt. An neun Renntagen werden ein Prolog, vier Straßenrennen, ein Kriterium, ein Bergsprint, ein Einzel- bzw. Paarzeitfahren sowie ein Radmarathon ausgetragen.

Da meine Leistungswerte gut aussahen, entschloss ich mich für die Teilnahme.

4. Etappe Straßenrennen Grafendorf:

Dieser Rundkurs musste 2mal befahren werden (bis nach Friedberg durchgehende steigend + Rampen von 12%). Zu guter Letzt musste am Ende ein ca. 2km langer Anstieg, eine kurze Hochgeschwindigkeitsabfahrt und der 500m lange Zielsprint, der eine 12% Rampe beinhaltet hat, bewältigt werden. Zu meiner Überraschung fühlten sich meine Beine sehr gut an. Ich konnte in der 1. Runde jede Attacke locker mitgehen. In der 2. Runde, zu Beginn einer der ersten steilen Rampe, übersah ein Fahrer, welcher sich direkt vor mir befand, ein Schlagloch und kam bei ca. 45km/h zu Sturz. Nur durch eine Notbremsung war es mir möglich, einen Sturz zu verhindern. Wie es das Schicksal so wollte, attackierten in diesem Moment die Spitzenfahrer. Ich versuchte, das ca. 70m lange Loch wieder zu schließen. Es war jedoch ein aussichtsloses Unterfangen. Die Abfahrt nach Friedberg fuhren wir im Feld mit über 80km/h. Solo erreichte ich knapp 67km/h. Die 16,5km bis zum Schlussanstieg fuhr ich mit knapp 37 km/h Schnitt.

Ziemlich gefrustet erreichte ich als 15.er das Ziel

Daten zum Rennen:

Distanz: 55,5km

Höhenmeter: 660

Zeit: 1:34:53

Schnitt: 35,09km/h

AVG Watt: 212

NP Watt: 282

Max Watt: 1014

HF: kein Gurt

IF: 0,91

TSS: 130,9

AVG RMP: 92

Max RPM: 130

Work: 1208KJ

3. Etappe Pöllaubergrennen:

Start war am Hauptplatz in Hartberg, bei Winzendorf wurde eine Schleife, welche eine Länge von 14 km hatte, 2mal gefahren, danach folgte eine kurze flache Passage und der 5 km Anstieg auf den Pöllauberg. Nach der Freigabe des Rennens folgten die ersten Attacken. Zu diesem Zeitpunkt herrschte starker Gegenwind. Auf den ersten 10 km warteten mehrere 500 m lange Anstiege (vergleichbar mit dem Karnerberg). Durch die ständigen Attacken wurde das Tempo sehr hoch gehalten (Schnitt 40km/h+). Die Schleife umfasste einen 2 km langen Anstieg, sowie einen kürzeren mit ca. 1,2 km. Kurz vor dem 1. Anstieg attackierten die Favoriten auf den Gesamtsieg und ließen nicht locker. Nur mit großer Mühe gelang es mir, den Anschluss zu halten (1. Stieg: ca.3min mit +400w Schnitt, 2. Stieg: 340w Schnitt). Wir bewältigten diese erste 14km Schleife mit 34km/h Schnitt. Auch auf der 2. Runde wurde munter Gas gegeben. Aufgrund der wechselnden Windverhältnisse betrug der Schnitt in dieser Runde „nur“ 31,5km/h. Es folgte die „flache“ Passage: starker Gegenwind und durchgehend steigend. Bis zu diesem Moment betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit ca. 35km/h. In den Pöllauberg hinein wurde wieder voll attackiert. Es gelang mir, noch 500m mit der Spitzengruppe mitzuhalten (370W Schnitt). Da eine Top-Platzierung nicht mehr möglich war und wir erst den 3. von 8 Tagen haben, beschloss ich 3 Gänge runterzugehen (max. 250W). So beendete ich das Rennen auf dem 13. Platz.

Daten zum Rennen:

Distanz: 47,5km

Höhenmeter: 820

Zeit: 1:35:51

Schnitt: 29,73km/h

AVG Watt: 223

NP Watt: 282

Max Watt: 1014

HF: kein Gurt

IF: 0,94

TSS: 140,3

AVG RMP: 81

Max RPM: 120

Work: 1271KJ

2. Etappe Bergsprint:

Heute stand die 2. Etappe ein 5,5 km langer Bergsprint auf dem Programm. Aufgrund eines Unwetters in der Nacht wurde die Strecke auf 4,2 km reduziert. Von Anfang an wurde das Tempo sehr hoch gehalten. Es wurde durchgehend attackiert, ich konnte das hohe Tempo mitgehen. Zu meiner Überraschung fiel ich erst ca. 1,5 km vor dem Ziel aus der Spitzengruppe heraus. Als ich den Anschluss verlor, entschloss ich mich die Watt zu reduzieren um Körner für die nächsten Tage zu sparen. Am Ende wurde es der 13. Platz. Wie stark heuer das Starterfeld ist, zeigte mir die Auswertung der Renndaten:

5 min AVG Watt Bestleistung: 365 W sowie 10 min AVG Watt Jahresbestleistung mit 330W.

Eckdaten zum Rennen:

Distanz: 4,2km

Höhenmeter: 221HM

Zeit: 12:51:6

Schnitt: 19,61km/h

AVG Watt: 320W

NP Watt: 348W

AVG HF: 174

Max HF: 181 (paar Schläge bis zur Max HF von 200 bleiben ja noch 😉 )

IF: 1,16

TSS: 27,5

AVG RPM: 79

Max RPM: 120

Work: 245k

Prolog 11.08.2017:

Mit dem Prolog durch die Hartberger Altstadt wird die Weltradsportwoche eröffnet. Bei diesem 1,4 km langen Prolog heißt es von Anfang an Augen zu und durch. Da ich die Strecke aus der Vergangenheit (2015) schon kannte, war ich mir bewusst, dass ein aggressiver Start nicht die beste Lösung ist. So entschloss ich mich, mit max. 700W zu starten. Die Beine fühlten sich am kurzen Gegenanstieg gut an und so versuchte ich bei der Abfahrt Tempo zu machen. Kurz vor Ende der Abfahrt übersah ich mit über 60 km/h ein Schlagloch, wurde durch den Schlag unaufmerksam und fuhr beinahe in die Absperrung. Diese Unaufmerksamkeit kostete viel Geschwindigkeit und Zeit. So konnte ich leider den Schwung hinauf zum Hauptplatz (Kopfsteinpflaster wie bei Paris-Roubaix) nicht mitnehmen.

Mit dem 10. Platz in der Klasse H1 kann ich jedoch zufrieden sein.

Daten zum Rennen:

Distanz: 1,4km

Höhenmeter: 19

Gefahrene Zeit: 01:38:4

Schnitt: 51,42km/h

Avg W.: 453

NP W: 498

IF: 1,66

TSS: 7

AVG RPM: 103

Max RPM: 124

Work: 44kj